Warum ist ein Shooting so teuer?

"Nein Danke, bei solchen Preisen bleibe ich lieber bei meinen Handyfotos!"

 

"Das ist ja mal ein happiger Stundenlohn!"

 

"Echt unverschämte Preise hier!"

 

"Ihr wollt wohl reich werden!?"

Diese Liste könnten wir wohl noch endlos fortführen, denn das sind oft die Reaktionen auf unsere Preise.

Da sich solche Aussagen leider häufen und wir gerne für etwas mehr Verständnis sorgen möchten, klären wir auf dieser Seite darüber auf, welche Kostenfaktoren bei einem Fotoshooting bzw. bei der generellen Arbeit eines Fotografen zusammen kommen. 

Was denkt ihr? Kommen wir mit mehr als Mindestlohn davon?

Gewerbekosten & Steuern

Als Gewerbetreibender hat man bereits einmalige und laufende Kosten zu tragen, bevor die Fotografie überhaupt losgehen kann. Die Anmeldung des Gewerbes ist da noch der kleinste Kostenfaktor, denn diese wird aktuell mit einer Gebühr von 37,50€ berechnet.

 

Da die Fotografie als Handwerk gilt, kommt man um eine Pflichtmitgliedschaft in der Handwerkskammer nicht herum. Hier werden einmalig für die Eintragung 170€ fällig und ab dann jährlich 120€ Mindest-Mitgliedsbeitrag, der je nach Umsatz noch erhöht wird.

 

Umsatzsteuer zahlen wir dank der Kleinunternehmerregelung nicht. Genau genommen würden wir die auch nicht zahlen, sondern ihr als Kunden.

Dennoch müssen wir natürlich auch Lohnsteuer an den Staat abgeben.

37,50€

(einmalig)

 

170,00€

(einmalig)

 

120,00€

 

(jährlich)

 

Lohnsteuer
(je nach Umsatz)



Anschaffung Equipment

Der wohl größte Kostenfaktor, der direkt zu Beginn dieser Tätigkeit anfällt, ist natürlich die Anschaffung des Kameraequipments. In unserem Fall sind das einige Tausend Euro.

Nur allein mit unserer Kamera und unseren Objektiven kommen wir auf knapp 9000€ Anschaffungskosten.

Hinzu kommen dann noch Speicherkarten, Akkus, Kamerarucksack u.v.m.

 

Und damit sind die Fotos erst gemacht und noch nicht bearbeitet.

Für einen leistungsstarken Computer ist man auch schnell viel Geld los, in unserem Fall 2500€ für einen iMac.

Hinzu kommen hier monatliche Gebühren für die Software, wie Photoshop und Lightroom. Aktueller Monatsbeitrag sind hier 11,89€

 

Vor kurzem haben wir uns ein kleines Fotostudio eingerichtet und minimal ausgestattet. Selbst mit dieser minimalistischen Ausstattung gingen gut 1000€ ins Land.

 

Durch den Einsatz für eure Shootings verschleißt die Kamera, welche oft nur eine bestimmte Lebensdauer hat. Akkus und Speicherkarten werden mit der Zeit auch nicht besser.

Computer werden älter und sind irgendwann nicht mehr up to date.

Und natürlich läuft nichts davon ohne Strom.

Somit werden diese Kosten auf unsere Kunden umgelegt, um in der Zukunft auch neues Equipment anschaffen zu können und den Verschleiß abzugelten. 

9000,00€

(einmalig aber wiederkehrend)

 

 

2500,00€

(einmalig, aber wiederkehrend)

 

11,89€
(monatlich)

 

1000,00€

(einmalig aber wiederkehrend)



Kosten für die Buchhaltung

Da wir noch Gebrauch von der Kleinunternehmerregelung machen ist unser bürokratischer Aufwand noch überschaubar und damit auch die Kosten. Einen Zeitaufwand für die Erstellung von Rechnungen, einer Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) für das Finanzamt und die Steuererklärung haben wir aber trotzdem.

 

Wir zahlen eine monatliche Gebühr von 10,44€ für unsere Rechnungssoftware.

10,44€

(monatlich)



Werbung

Ein weiterer wichtiger Faktor, der sich gerne teuer bezahlen lässt, ist die Werbung.

Ohne Werbung bekommt man keine Aufmerksamkeit.

 

Flyer, Visitenkarten, Plakate, Aushänge, Merchandise Artikel, Werbegeschenke, Werbeanzeigen...

Das kostet alles sehr viel Geld.

 

Als Beispiel kosten 1000 Stk. unserer Flyer knapp 100€. Visitenkarten um die 70€. Die Werbefolierung auf unserem Bus haben wir uns 1000€ kosten lassen.

Für unsere "Arbeitskleidung", sprich Shirts, Pullover, Jacken und Outdoorkleidung und deren Bedruckung mit unserem Logo kamen bislang 750€ zusammen.

 

Werbeanzeigen bei Facebook und Instagram kosten für 5 Tage mit einer geringen Reichweite 20-30€ pro Anzeige. In einer kleinen Zeitung einmalig 250€.

 

Unsere Webseite kostet uns 178€ im Jahr.

 

Hinzu kommen die Zeitaufwände. Unser Logo, alle Druckwaren, die Folierung am Bus und Werbebanner haben wir selbst erstellt. 

Wir versuchen möglichst aktiv auf Instagram und Facebook zu sein. Auch das Erstellen dieser Beiträge und Stories kostet Zeit, sowie das Suchen von potenziellen Kunden und das interagieren mit diesen.

170,00€

(einmalig aber wiederkehrend)

 

1000,00€

(eimalig, ggf. wiederkehrend)

 

750,00€

(einmalig aber wiederkehrend)

 

20-30€

(pro Anzeige)

 

178,00€

(jährlich)



Spenden

Wusstet ihr, dass wir von jedem Shooting einen Teil des Geldes spenden?

Je nach Paket spenden wir so einen Betrag zwischen 5€ und 20€ an Tierschutzorganisationen.

5,00€ - 20,00€

(je nach Paket)



Zeitaufwände

Als Fotograf hat man eine sehr zeitaufwändige Arbeit, die natürlich bezahlt werden will.

 

Es beginnt mit eurer Kontaktaufnahme. Für die Kommunikation mit euch, für die Planung des Shootings, für die Suche nach einem passenden Ort und für die sonstige Vorbereitung vergeht eine gute Stunde in Summe.

Etwas mehr wird es, wenn wir den Ort vorher besichtigen, wenn wir ihn noch nicht kennen.

 

Je nach Ort, an dem das Shooting stattfindet, kostet es Zeit und Kraftstoff für die An- und Abfahrt. In unseren Paketen sind bereits Freikilometer inbegriffen, für die wir euch nichts berechnen.

 

Das Shooting selbst nimmt mit Vor- und Nachbereitung mindestens 45 Minuten in Anspruch, meist aber ein bis zwei Stunden.

 

Nach dem Shooting folgt das große Aussortieren. Bei einem Shooting kommen schnell mehrere Hundert Fotos zusammen, von denen ihr meist nicht mehr als 10-20%  in eurer Auswahlgalerie zu sehen bekommt. Gerade bei Actionaufnahmen ist der Ausschuss groß. Dieses Aussortieren dauert meist ein bis zwei Stunden.

 

Anschließend werden die übrigen Fotos in Lightroom aufgehübscht bevor sie in eurer Galerie landen, sprich die Helligkeit, die Tiefen und Kontraste werden bereits hier bei allen Galeriefotos angepasst, die Fotos werden begradigt und zugeschnitten, egal, ob ihr sie am Ende auswählt oder nicht. Es soll ja schließlich auch in der Galerie vernünftig aussehen.

Hierfür muss man je nach Anzahl der Fotos mit zwei bis vier Stunden rechnen.

 

Ihr habt eure Fotos ausgewählt, nun geht es an die Bearbeitung der Fotos. Hier gibt es nun Fotos, bei denen man nicht viel bearbeiten muss oder kann. Solch ein Bild dauert in der Regel nicht länger als 20-30 Minuten, bis es fertig bearbeitet ist. Doch in der Regel ist ein bisschen mehr zu tun und so dauert es eher 45-60 Minuten pro Foto. Bei manchen Fotos, gerade dann, wenn einiges wegretuschiert werden muss (Leine, Geschirr, Halfter, Hinter-/Vordergrund) kann es auch schonmal 1,5 - 2 Stunden dauern. Also kann man sagen mit allem Drumherum durchschnittlich eine Stunde Arbeit pro Foto.

 

Im Anschluss folgt das Abspeichern der Fotos. Das Unterbringen in Ordnern, damit nichts verloren geht und ihr auch jederzeit Fotos nachbestellen könnt. Dann werden die Fotos hochgeladen und wir übersenden euch den Download-Link.

 

Die Rechnung wird geschrieben, versendet, gedruckt, abgeheftet. Ebenso die Verträge und Zusatzvereinbarungen.

 

 

1 Std.

 

 

 

Fahrzeit variabel

 

 

45 Min - 4 Std.

 

 

1 - 2 Std.

 

 

 

2 - 4 Std.

 

 

 

 

1 Std.
(pro Foto)

 

 

 

30 Min.

 

 

 

30 Min.



Fazit

Ihr merkt, es lauern viele versteckte Kosten und viele Zeitaufwände im Job des Fotografen.

Es sind eben nicht nur die paar Fotos für die man mal eben ein paar Male auf den Auslöser drückt.

 

Noch ein Punkt, den man bei der ganzen Sache nicht vergessen darf, sind die unbezahlbaren Faktoren. Erfahrung und Wissen, über Jahre angeeignet, das will auch irgendwie vergütet werden. Euren Tierarzt bezahlt ihr ja schließlich auch für etwas, was ihr selbst nicht könnt. 

 

Bleibt noch die Frage, ob wir mit mehr als Mindestlohn davon kommen...

Rechnen wir es doch einfach mal anhand von unserem Paket "Mika" durch:

 

165,00€ bekommen wir dafür von euch - ihr bekommt 10 Fotos von uns.

 

1 Std. Planung, Kommunikation etc.

2 Std. Shootingzeit

2 Std. Aussortieren

3 Std. für Galerie aufbereiten

10 Std. Bearbeitungszeit

1 Std. Speichern, Bereitstellen, Papierkram

 

In Summe 19 Std. Arbeit

 

Wenn man nun die 165€ durch diese 19 Arbeitsstunden teilt, kommen wir auf einen Stundenlohn von 8,68€.

Und das sind nur die Arbeitsstunden, da sind die ganzen anderen Kosten noch gar nicht eingeflossen.

 

Würdet ihr für weniger als 8€ Stundenlohn arbeiten gehen?

 


Schlusswort

Wie denkt ihr jetzt über unsere Preise?

Ich denke ihr habt gesehen, dass wir sogar eher günstige Preise haben. Diese Preise können wir euch nur bieten, da wir beide noch Hauptberufe haben, mit denen wir unser Leben finanzieren. Die Fotografie ist aktuell nur ein Zuverdienst. Wäre es unser Hauptjob, könnten wir mit diesen Preisen nicht überleben.

Dennoch halten wir an diesen Preisen fest, da wir es so vielen wie möglich ermöglichen wollen, ein Shooting mit uns bezahlen zu können.


Fellpfotos Tierfotografie

Ihn. Sebastian Baade

Birkenweg 5d

21717 Deinste


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